G. Bosold
Götter und Sagengestalten der griechischen Mythologie
sagen.bosold.de
Oidipus (Ödipus, "Schwellfuß") war Sohn des
Laïos von Theben und der Iokaste.
Seine Eltern, zunächst kinderlos, befragten das
delphische Orakel,
das ihnen Kindersegen versprach, aber dem Laïos Tod durch
den eigenen Sohn voraussagte. Laïos hatte nämlich früher
Chrysippos, den Sohn des Pelops, entführt. Die
Weissagung deutete auf die Erfüllung von Pelops Fluch hin.
Als Laïos und Iokaste ein Sohn geboren wurde, befahlen
die Eltern diesen mit duchstochenen und gebundenen Füßen
auszusetzen. Durch das Mitleid des beauftragten Hirten kam
der wegen der verwundeten Füße Oidipus genannte Knabe
zu König Polybos von Korinth und seiner Gattin Merope
(wohl mitunter auch Periboia genannt), die ihn wie einen eigenen Sohn aufzogen.
(Periboia wird aber auch die Tochter von
Eurymedon genannt, mit der Poseidon einen Sohn hatte.)
Dem erwachsenen Oidipus weissagte das Orakel, dass er
seinen eigenen Vater erschlagen und seine Mutter heiraten
würde ("Ödipuskomplex"), was auch geschah. Letzteres
nachdem er Theben durch das Lösen des Rätsels der
Sphinx von dieser befreit hatte.
Iokaste, seine bis dahin verwitwete Mutter, gebar Oidipus
die Zwillinge Eteokles und Polyneikes sowie Antigone
und Ismene, die also seine Kinder und Halbgeschwister zugleich waren.
Nach der Entdeckung der Blutschuld erhängte sich Iokaste.
Oidipus blendete sich und ging ohne das Mitleid seiner Söhne
und seines Schwagers Kreon mit der Tochter Antigone in
die Verbannung, wo er im Beisein des Theseus
von Athen verschied.