G. Bosold
Götter und Sagengestalten der griechischen Mythologie
sagen.bosold.de
Den Bericht über seine Irrfahrten gibt der auf der Insel
der Phaiaken gestrandete Odysseus den Phaiaken und ihrem König
Alkinoos. Alkinoos' und seiner Gattin Arete
Tochter Nausikaa hatte Odysseus am Strand
gefunden.
Der blinde Sänger Demodokos sang von Troja.
Davon gerührt enthüllte Odysseus seine Identität
und berichtete von seinen Abenteuern:
Nach der Zerstörung Trojas wurde Odysseus mit seinen Schiffen
zunächst an die Küste der Kikonen, zur Stadt Ismaros
verschlagen.
Nach verlustvollen Kämpfen gelangten dann er und seine Gefährten
zum Land der freundlichen Lotophagen, die sich allein von der
Lotosfrucht nährten. Seine Genossen, die von der Lotosfrucht
gegessen hatten, dachten nicht mehr an Rückkehr und wollten
bei den Lotophagen bleiben. Odysseus musste diese an die Schiffe
gebunden mit Gewalt entführen.
Weiter führte die Gefährten der Weg zum Land der
Kyklopen. Hier kamen sie in die Höhle des
Polyphemos (Polyphem), der insgesamt sechs von ihnen verschlang.
Odysseus machte Polyphem mit Wein trunken. In dessen Rausch stießen
die Gefährten einen Pfahl in das Kyklopenauge. So konnten sie
versteckt unter dem Fell von Schafen unentdeckt aus der Höhle
entkommen, nachdem Polyphem den mit einem Felsblock gesicherten
Höhleneingang geöffnet hatte.
Auf dem Schiff angekommen enthüllte Odysseus dem wütenden
Polyphem wer er in Wirklichkeit sei. Polyphem bittet darauf seinen
Vater Poseidon, Odysseus nicht ohne
weiteres nach Hause ziehen zu lassen, weshalb dieser seine
Irrfahrt von Poseidons Zorn verfolgt fortsetzen musste, behütet
aber von der göttlichen Athene, der Beschützerin vieler Helden.
Nächstes Erlebnis der Waffengefährten war der Aufenthalt auf der
Insel von Aiolos, dem Beherrscher der
Winde. Der gab Odysseus einen Schlauch, in dem verschiedene
Winde eingeschlossen waren auf sein Schiff und ließ die Winde
Odysseus' Schiff schon bis fast vor Ithaka treiben.
Leider öffneten Odysseus Gefährten aus Neugier den Schlauch,
weil sie aus Troja mitgebrachte Schätze vermuteten. Die aus dem
Schlauch plötzlich entweichenden Winde verursachten einen
Sturm, der die Gefährten wieder bis zurück zu Aiolos trieb,
der ihnen aber ein zweites Mal nicht beistand, so dass sie
ohne weitere Hilfe weitersegelten.
Die Schiffe landeten darauf bei der Stadt Telephylos an der Küste der Lästrygonen (griech. Laistrygones). Schon die Begegnung mit der fast riesenhaften aber freundlichen Tochter des Lästrygonenkönigs Antiphates verwunderte die Helden, bis sie gewahr wurden, dass die Lästrygonen ein wildes Volk von menschenfressenden Riesen waren. Die Lästrygonen zerstörten die an der Küste liegenden Schiffe durch das Werfen von Felsblöcken. Nur Odysseus' eigenes Schiff wurde geschützter liegend nicht getroffen. Mit diesem einzigen Fahrzeug rettete Odysseus sich und die noch lebenden Genossen.
Die Schar kam darauf zur Insel Aiaia (Äa) zur Halbgöttin und
Zauberin Kirke (Circe). Diese verwandelte den von
Eurylochos geführten Teil der Gefährten in Schweine. Der Gott
Hermes gab Odysseus an, wie er der Zauberkraft Kirkes widerstehen
und die Gefährten zurückgewinnen könne, was Odysseus auch
gelang.
Odysseus und seine Gefährten wurden nun von Kirke und ihren
schönen Dienerinnen bewirtet, schwelgten im Bade oder beim Mahle
in schönen Gewändern über ein Jahr auf Kirkes Insel, bis die Genossen
auf Rückkehr drängten. Kirke gewährte den Wunsch bei der Bedingung,
vorher die Unterwelt zu besuchen.
Odysseus gelangte also ans Ende der Welt zum Eingang der
Unterwelt. Dort weissagte ihm die Seele
des blinden Sehers Teiresias die Zukunft, und die Seele seiner
Mutter berichtete von der Treue seiner Gattin und den
aufdringlichen Freiern. Auch mit den Seelen von Agamemnon und
Achilleus konnte Odysseus sprechen.
Nachdem die Genossen nochmals nach Aiaia zurückgesegelt waren,
um den dort verunglückten Elpenor zu bestatten, der trunken
von einem Dach gestürzt war. Seine Seele war Odysseus zuerst
im Totenreich begegnet und hatte um Bestattung des Leibes
gebeten.
Von Kirke vor weiteren Gefahren gewarnt und mit Rat versehen, segelte die Schar weiter. Zuerst kamen die Gefährten an der Insel der Sirenen vorbei. Auf Kirkes Rat verklebte Odysseus die Ohren seiner Gefährten mit Wachs. Sich selbst ließ er an den Mast binden, um den Gesang der Sirenen hören zu können.
Darauf kamen Odysseus und seine Gefährten zur Meerenge, wo Skylla und Charybdis die Durchfahrenden bedrohten. Ihr Schiff kam glücklich durch, doch sie verloren durch Skylla sechs Männer.
Zwar hatte der Seher Teiresias davor gewarnt, die Insel des
Helios aufzusuchen, doch seine Männer, voran Eurylochos, drängten
darauf. Stürmisches Wetter und ungünstige Winde zwangen auch zum
Bleiben. Als die von Kirke mitgegebenen Vorräte zur Neige gingen,
töten die Männer während Odysseus schlief, verbotenerweise die
heiligen Rinder des Helios. Der getane Frevel zeigte sich,
indem die Häute der Tiere umherkrochen und das Fleisch an den
Bratspießen brüllte.
Die Strafe der Götter kam in Gestalt eines Sturmes, der das
Schiff zerstörte. Odysseus blieb allein am Leben. Auf einem
Floß aus Schiffsteilen wurde wieder zur Meerenge der Skylla
und Charybdis zurückgetrieben, überlebte jedoch und wurde
dann zur Insel Ogygia getrieben, wo ihn die Nymphe
Kalypso gesund pflegte und er
sieben Jahre verbrachte.
Von dort kam Odysseus wiederum auf einem Floß und nochmals im von Poseidon gesandten Sturm schiffbrüchig schließlich schwimmend zur Insel der Phaiaken.
So endete der Bericht.
Der König der Phaiaken, Alkinoos, hatte bereits vor Odysseus' Bericht über seine Irrfahrten zuvor zugesagt, dem noch unerkannten Fremdling ein Schiff zu seiner Heimkehr zur Verfügung zu stellen. Nach seinem Bericht fuhr Odysseus sofort nach Ithaka.