G. Bosold
Götter und Sagengestalten der griechischen Mythologie
sagen.bosold.de
Herakles ist einer der tapfersten und der gewaltigste Held der griechischen Sage. Er ist Sohn von Zeus und Alkmene.
Vater von Alkmene war Elektryon. Vermählt war sie mit
König Amphitryon von Theben. Zeus zeugte mit ihr in Gestalt
des Amphitryon den Herakles, der heimkehrende Amphitryon wurde
Vater des Iphikles. Beide wurden als Zwillinge geboren.
Zeus hatte bestimmt, der erste Perseusenkel solle die anderen
beherrschen. Die eifersüchtige betrogene Hera ließ um Herakles
dieses Vorrecht zu rauben Herakles' Geburt verzögern und
die eines anderen Perseusenkels, Herakles' Vetter Eurystheus,
beschleunigen.
Nachdem Hera außerdem aus Rache gegen Herakles' Mutter als Nebenbuhlerin zwei Schlangen ausgeschickt hatte würgte Herakles die Schlangen als Neugeborener. Hera hatte ihm zunächst aus Unkenntnis über seine Identität ihre göttliche Brust gereicht. Dies genügte, um ihm übermenschliche Kraft und Hoffnung auf Unsterblichkeit zu geben.
Sein Pflegevater Amphitryon unterwies ihn selbst im Wagenlenken,
Eurytos lehrte ihn das Bogenschießen. Der
inzwischen greise Apollosohn Linos unterrichtete Herakles, die
Leier zu schlagen. Der Knabe warf seine Leier dem ungerechten Lehrer
aber an den Kopf und verletzte ihn damit tötlich, worauf ihn
Amphitryon aufs Land zum Ochsenhüten schickte.
Erwachsen geworden sollte Herakles zwischen Liederlichkeit und
Tugend wählen, die ihm in zwei verschiedenen Frauengestalten
erschienen waren (Herakles am Scheideweg).
Entschlossen zum tugendhaften Weg tötete er im Land seines Pflegevaters einen die Umgebung bedrohenden gefährlichen Löwen. Seitdem trug er dessen Fell um die Schulter und benutzte den Schädel mit dem Rachen als Helm. Dem jungen Helden gab König Kreon von Theben seine Tochter Megara zur Frau. Darauf nahm Herakles am Gigantenkampf auf Seiten der Olympier teil.
Herakles' Vetter Eurystheus war wegen seiner früheren Geburt
König in Mykene geworden. Als solcher trug er dem Helden die
Erledigung von zwölf Arbeiten auf. Unwillig dazu
befragte Herakles zunächst das Orakel von Delphi. Das gab die
Antwort, dass Herakles die Arbeiten tatsächlich erledigen müsse,
aber danach unsterblich würde.
Herakles verfiel darauf in Trübsal, Hera steigerte diesen in noch nicht
besänftigter Eifersucht zum Wahn, in dem Herakles seine Kinder
von Megara tötete (in anderer Version auch sie selbst).
Nach einiger Zeit übernahm Herakles die zwölf Arbeiten:
Danach ging Herakles zu Eurytos. Von dort
führte sein Weg zu Admetos, dem er seine für
ihn in den Tod gegangene Gattin wieder gab.
Auf Grund eines Orakelspruches musste der Held noch einmal in einen
Dienst treten: Er wurde als Sklave an die lydische Königin
Omphale verkauft.
Herakles nahm auch anfangs an der Argonautenfahrt teil. Bei der Stadt Kios aber, im Land der Mysier wurde sein Freund Hylas von einer Quellnymphe in die Tiefe gezogen, worauf Herakles zurückblieb.
Herakles zweite Frau Deïaneira ließ ihn ein im
vergifteten Blut des Kentauren Nessos
getränktes Gewand anziehen, was Herakles große Qualen
verursachte. Nach einem Orakelspruch sollte er auf dem Berg Oita (Öta)
sterben. Dort ließ Herakles einen Scheiterhaufen errichten. Niemand
wollte diesen jedoch anzünden, bis dies angesichts Herakles'
Qualen sein Gefährte Philoktetes tat.
Herakles wurde aus dem Feuer aber auf den Olymp gehoben, und es
wurde ihm Unsterblichkeit verliehen. Dort erhielt er die
Jugendgöttin Hebe zur Gemahlin, die bis
dahin das Amt des Mundschenks der Götter innehatte, was daraufhin
der Knabe Ganymed übernahm.